Stundensatz Rechner 2026 – Freelancer Mindeststundensatz berechnen

Viele Freelancer unterschätzen ihren Stundensatz – sie vergessen Krankenversicherung, Rentenversicherung, Steuer, Akquise-Zeit und Flaute-Phasen. Dieser Rechner zeigt dir, was du wirklich fakturieren musst, um am Ende des Jahres dein Wunschnetto zu haben. Keine Schönrechnerei – reale Zahlen für Selbstständige in Deutschland.

BMF-Grundtabelle 2026 · §10 EStG Sonderausgaben KV/RV · §19 UStG Kleinunternehmergrenze 25.000 € · GULP Freelancer-Index 2024/2025

€/Mo

= 42.000 €/Jahr nach allen Abzügen

75 %

Nicht jede Stunde ist fakturierbar – Akquise, Angebote, Admin kosten Zeit.

h

Sozialversicherung (du zahlst beide Hälften selbst)

18.360 €/Jahr Sozialversicherung – als Angestellter hätte dein Arbeitgeber die Hälfte getragen.

Betriebsausgaben

10 %

10 Feiertage/Jahr in Nordrhein-Westfalen

Dein Mindeststundensatz

Stundensatz (gerundet)70 € /h
Stundensatz (exakt)69,40 € /h
Tagessatz (8h-Tag)555 € /Tag
Benötigter Jahresumsatz85.748 €
Monatsumsatz (Ø)7.146 €
Fakturierbare Stunden/Jahr1236 h
Arbeitstage/Jahr206 Tage

70 €/h – ein realistischer Einstiegssatz in vielen kreativen und technischen Bereichen. Plane unbedingt Puffer für Akquise-Zeiten ein.

Was kostet dich ein Urlaubstag?

416 €
entgangener Umsatz/Tag
12.480 €
30 Urlaubstage gesamt

Im Gegensatz zum Angestellten zahlst du deinen Urlaub selbst – der Stundensatz gleicht das aus.

Was passiert bei unterschiedlicher Auslastung?

Gleicher Zielumsatz (85.748 €/Jahr) – bei weniger Aufträgen muss der Satz steigen.

Flaute (60 %)
90 €/h
694 €/Tag
989 abrechenbare Stunden/Jahr
Auslastung: 60 %
Dein Ziel
Ziel (75 %)
70 €/h
555 €/Tag
1.236 abrechenbare Stunden/Jahr
Auslastung: 75 %
Vollauslastung (90 %)
60 €/h
463 €/Tag
1.483 abrechenbare Stunden/Jahr
Auslastung: 90 %

Erkenntnis: Bei nur 60 % Auslastung (häufig im ersten Jahr) musst du 20 € €/h mehr verlangen als bei deiner Zielauslastung von 75 % – oder du akzeptierst weniger Netto.

Wofür arbeitest du eigentlich? – Aufschlüsselung deines Monatsumsatzes

Monatsumsatz 7.146 € = 100 %

3.500 €
1.041 €
930 €
600 €
650 €
Wunsch-Nettoeinkommen:3.500 €/MonatEinkommensteuer + Soli:1.041 €/MonatKrankenversicherung:930 €/MonatRentenversicherung:600 €/MonatBetrieb & Buchhalter:425 €/MonatSicherheitspuffer (10 %):650 €/Monat
Wunsch-Nettoeinkommen3.500 €/Mo42.000 €/Jahr49 %
Einkommensteuer + Soli1.041 €/Mo12.493 €/Jahr15 %
Krankenversicherung930 €/Mo11.160 €/Jahr13 %
Rentenversicherung600 €/Mo7.200 €/Jahr8 %
Betrieb & Buchhalter425 €/Mo5.100 €/Jahr6 %
Sicherheitspuffer (10 %)650 €/Mo7.795 €/Jahr9 %
Gesamt (= Monatsumsatz)7.146 €/Mo85.748 €/Jahr100 %

Der Freelancer-Realitätscheck: Was du wirklich verdienen musst

Für 3.500 € € Netto/Monat nach allen Abzügen

Angestellter (SK1, GKV)
5.612 €
Brutto/Monat
Freelancer
7.146 €
Monatsumsatz
Faktor
1.3×
mehr Umsatz nötig

Als Angestellter würde dir ein Bruttogehalt von 5.612 € €/Monat reichen. Als Freelancer brauchst du 7.146 € €/Monat Umsatz – das ist 1.3× mehr.

Warum? Als Freelancer zahlst du beide Hälften der Sozialversicherung selbst (18.360 €/Jahr), hast keine Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall, kein 13. Monatsgehalt und trägst das volle Auslastungsrisiko. Das rechtfertigt den höheren Stundensatz.

Nächste Schritte für deinen Stundensatz

  • Satz in der Praxis testen: Schicke 2–3 Angebote mit deinem berechneten Mindestsatz. Wenn alle Kunden sofort zusagen, bist du zu günstig – erhöhe um 10–15 %.
  • Krankenversicherung optimieren: GKV-Freiwillig kostet ca. 930 €/Monat (11.160 €/Jahr). PKV kann günstiger sein – lohnt sich bei gutem Gesundheitszustand und planbarem Einkommen. Vergleich lohnt sich.
  • Rücklage für Flaute: Plane 3–6 Monatsumsätze als eiserne Reserve. Bei7.146 € €/Monat sind das 21.438 €42.876 € € auf einem Tagesgeldkonto.
  • Steuervorauszahlungen nicht vergessen: Das Finanzamt erwartet Einkommensteuer-Vorauszahlungen (quartalsweise). Separates Steuerkonto mit ca. 1.041 € €/Monat Rücklage verhindert böse Überraschungen.
  • Jährlich neu kalkulieren: Kosten steigen, Inflationsausgleich nötig. Plane mindestens 3–5 % Stundensatz-Erhöhung pro Jahr ein, wenn du keine Kaufkraftverluste erleiden willst.

* Affiliate-Hinweis: Verlinkte Produkte können Partnerlinks enthalten. Das ändert nichts am Preis für dich.

Formel

Arbeitstage/Jahr = 365 − 104 (Wochenenden) − 10 (Feiertage Nordrhein-Westfalen) − 30 (Urlaub) − 10 (Krank) − 5 (Fortbildung) = 206 Tage Fakturierbare Stunden = 206 Tage × 8 h × 75 % Auslastung = 1236 h/Jahr Benötigter Gewinn = iterativ: Gewinn − ESt(Gewinn − KV/RV-Abzüge) − SV = Wunschnetto Jahresumsatz = Gewinn + Betriebsausgaben × (1 + Puffer 10 %) Stundensatz = 85.748 € ÷ 1236 h = 69,40 €/h → gerundet 70 €/h Tagessatz = 70 €/h × 8 h = 555 €/Tag

Annahmen & Standardwerte

  • Einkommensteuer: BMF-Grundtabelle 2026, Grundfreibetrag 12.084 €, Soli ab 18.130 € Jahressteuer
  • KV-Beitrag als Sonderausgabe vollständig absetzbar (§10 Abs. 1 Nr. 3 EStG)
  • RV-Beitrag absetzbar bis max. 27.566 €/Jahr (2026), §10 Abs. 1 Nr. 2 EStG
  • Kirchensteuer: 9 % der Einkommensteuer (Bayern/BW 8 %; hier: 9 % für alle)
  • Gewerbesteuer: nicht berücksichtigt (gilt nur für Gewerbetreibende, nicht Freiberufler; durch §35 EStG oft vollständig anrechenbar)
  • GKV freiwillig 2026: ca. 930 €/Monat bei ~3.500 € Gewinn (14,6 % + Zusatzbeitrag ~1,3 % + PV 3,4 %)
  • Äquivalenz-Bruttogehalt: Näherungswert für Angestellten SK1, GKV, ohne Kirchensteuer, mit Werbungskostenpauschale 1.230 €
  • Kleinunternehmergrenze: 25.000 €/Jahr netto (ab 01.01.2025, §19 UStG, angehoben von 22.000 €)
  • Feiertage: nach Bundesland, approximierte Werte für 2026 (Verschiebungen je nach Wochentag möglich)
  • Ergebnisse sind Orientierungswerte – individuelle Steuerberatung empfohlen

Passe den Strompreis an deinen tatsächlichen Tarif an, um präzisere Ergebnisse zu erhalten.

Häufige Fragen

Als Angestellter zahlt dein Arbeitgeber die Hälfte der Sozialversicherung (ca. 20 % deines Bruttos), du bekommst Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, Urlaub wird bezahlt und du hast keine Akquise-Zeiten. Als Freelancer trägst du all das selbst. Dein Stundensatz muss also nicht nur dein Netto abdecken, sondern auch Steuern, beide SV-Hälften, Betriebskosten, Flaute-Phasen und Urlaub. Ein Faktor von 1,5–2,5× gegenüber dem Angestellten-Brutto ist völlig normal.

Zuletzt geprüft: 28. Juni 2026
Ergebnisse dienen als Orientierung, keine Fachberatung