Mietbelastungs-Rechner: Wie viel Miete kann ich mir leisten?
Wie viel deines Einkommens geht für die Wohnung drauf – und was bleibt danach zum Leben und Sparen? Gib Einkommen, Miete und weitere Wohnkosten ein. Der Rechner zeigt dir deine Mietbelastungsquote, das verbleibende Budget und einen realistischen Mietrahmen.
Mit Bruttokaltmiete, vollständigen Wohnkosten, Restbudget und individuellem Mietrahmen statt starrer Faustregel.
Haushalt
Regelmäßiges monatliches Nettoeinkommen aller Personen, die die Wohnung gemeinsam finanzieren. Unsichere Boni besser nicht vollständig einrechnen.
Mietkosten
Wasser, Müll, Hausreinigung, Grundsteuer, Aufzug oder Gartenpflege.
Weitere Wohnkosten
Verpflichtende Zusatzkosten oder regelmäßig anfallende wohnungsbezogene Ausgaben.
Übriges Haushaltsbudget
Lebensmittel, Mobilität, Versicherungen, Kredite, Kinderbetreuung, Freizeit.
Wohnkostenanalyse
Ein erheblicher Teil des Einkommens fließt in die Wohnung. Das kann tragbar sein, verringert aber den Spielraum für Rücklagen und unerwartete Ausgaben.
Kostenaufteilung
Haushaltsbudget
Quoten im Überblick
Bruttokaltmiete ÷ Einkommen – Definition des Stat. Bundesamts
Vollständige Wohnkosten ÷ Einkommen – für die Haushaltsplanung relevanter
Formel
Bruttokaltmiete = Nettokaltmiete + Betriebskosten
Warmmiete = Bruttokaltmiete + Heizung + Warmwasser
Vollst. Wohnkosten = Warmmiete + Strom + Internet + Stellplatz
Statist. Quote = Bruttokaltmiete ÷ Einkommen × 100
Prakt. Quote = Vollst. Wohnkosten ÷ Einkommen × 100
Max. Warmmiete = Wohnkostenbudget − Strom − Internet − Stellplatz
Max. Nettokaltmiete = Max. Warmmiete − Heizung − BetriebskostenAnnahmen & Standardwerte
- Statistische Mietbelastungsquote: Bruttokaltmiete ÷ Haushaltsnettoeinkommen (Definition Destatis)
- Praktische Wohnkostenquote: vollständige Wohnkosten ÷ Einkommen – für die Budgetplanung relevanter
- Wohnkostenüberbelastung: vollständige Wohnkosten > 40 % des verfügbaren Einkommens (Eurostat-Definition)
- Mietrahmen: der niedrigere Wert aus Zielquote und Haushaltsbudget ist maßgeblich
- Negative Mietobergrenzen werden auf 0 € begrenzt
- Boni und unregelmäßige Einkünfte sollten konservativ eingerechnet werden
- Rechner liefert Orientierungswerte, keine Bonitätsprüfung oder behördliche Entscheidung
Passe den Strompreis an deinen tatsächlichen Tarif an, um präzisere Ergebnisse zu erhalten.
Wie funktioniert der Mietbelastungs-Rechner?
Der Rechner arbeitet in zwei Modi. Im Modus Diese Wohnung prüfen gibst du Einkommen, Miete und alle weiteren Wohnkosten ein. Das Ergebnis zeigt die statistische Mietbelastungsquote, die praktische Wohnkostenquote und das verbleibende Budget nach allen Ausgaben.
Im Modus Maximale Miete berechnen legst du eine Zielquote fest und trägst deine sonstigen Ausgaben und Sparrate ein. Der Rechner ermittelt den tragbaren Mietrahmen sowohl anhand der Quote als auch anhand des realen Haushaltsbudgets. Maßgeblich ist der niedrigere der beiden Werte.
Was ist die Mietbelastungsquote?
Das Statistische Bundesamt (Destatis) definiert die Mietbelastungsquote als Verhältnis der Bruttokaltmiete zum Haushaltsnettoeinkommen. Die Bruttokaltmiete ist die Nettokaltmiete zuzüglich kalter Betriebskosten (Wasser, Müll, Grundsteuer, Hausreinigung etc.), aber ohne Heizung und Warmwasser.
Für die praktische Haushaltsplanung greift diese Definition zu kurz. Wer monatlich 60 € Strom, 40 € Internet und eine Garage zahlt, hat höhere reale Wohnkosten als die statistische Quote suggeriert. Deshalb weist der Rechner beide Quoten separat aus.
Bruttokaltmiete, Warmmiete und vollständige Wohnkosten
Bruttokaltmiete
Nettokaltmiete + kalte Betriebskosten (ohne Heizung). Grundlage für die statistische Mietbelastungsquote nach Destatis.
Warmmiete
Bruttokaltmiete + Heizung und Warmwasser. Häufigste Basis für Mietanzeigen und Mietverträge.
Vollständige Wohnkosten
Warmmiete + Strom + Internet/Telefon + Stellplatz + weitere Wohnkosten. Relevantester Wert für die Haushaltsplanung, da er alle regelmäßigen wohnungsbezogenen Ausgaben umfasst.
Verschiedene Statistiken und Datenquellen verwenden unterschiedliche Definitionen. Das Statistische Bundesamt setzt die Bruttokaltmiete an, Eurostat die vollständigen Wohnkosten. Dieser Rechner weist beide Quoten transparent aus.
Warum die 30-Prozent-Regel nicht immer ausreicht
Die 30-Prozent-Regel besagt, dass nicht mehr als 30 % des Nettoeinkommens für die Miete ausgegeben werden sollten. Sie ist eine verbreitete Faustregel, aber keine gesetzliche Vorgabe und keine allgemeingültige Grenze.
Ein Haushalt mit 6.000 € Nettoeinkommen und einer Mietbelastung von 35 % hat monatlich über 3.900 € für alle anderen Ausgaben. Ein Haushalt mit 2.000 € Nettoeinkommen und 28 % Mietbelastung hat nach der Quote noch „Luft”, aber nur 1.440 € für Lebensmittel, Mobilität, Versicherungen und Freizeit – das kann eng werden.
Entscheidend ist deshalb nicht nur die Quote, sondern auch das absolute verbleibende Budget nach allen Wohnkosten.
Wann gelten Wohnkosten als Überbelastung?
Eurostat definiert Wohnkostenüberbelastung als Zustand, wenn die vollständigen Wohnkosten mehr als 40 % des verfügbaren Haushaltseinkommens ausmachen. Im Jahr 2025 lebten laut Destatis 11,2 % der Bevölkerung in Deutschland in entsprechend belasteten Haushalten.
Diese Schwelle ist eine statistische Definition, keine individuelle Zahlungsfähigkeitsprüfung. Sie bedeutet weder, dass eine Wohnung mit 41 % Quote automatisch unbezahlbar ist, noch dass eine Quote unter 40 % stets tragbar ist. Entscheidend ist das konkrete Restbudget für den jeweiligen Haushalt.
Warum das absolute Restbudget wichtig ist
Eine Quote allein sagt nichts darüber aus, ob nach der Miete genug Geld zum Leben bleibt. Ein Zweipersonenhaushalt mit 2.800 € Nettoeinkommen und einer Warmmiete von 980 € hat eine Quote von 35 % – aber nur 1.820 € für alle anderen Ausgaben beider Personen.
Der Rechner zeigt daher explizit das verbleibende Budget nach Wohnkosten, nach sonstigen Ausgaben und nach der gewünschten Sparrate. Wenn dieses Budget negativ ist, reicht das Einkommen bei den eingegebenen Annahmen nicht aus – unabhängig davon, wie die Mietbelastungsquote aussieht.
Beispielrechnung: 3.000 € Haushaltsnettoeinkommen
Einpersonenhaushalt, 80-m²-Wohnung in einer mittelgroßen Stadt
Obwohl die statistische Quote mit 31,7 % moderat wirkt, beanspruchen die vollständigen Wohnkosten 38,3 %. Mit typischen Ausgaben von 1.000 € und Sparrate 300 € bleiben 550 € frei – machbar, aber wenig Puffer.
Mietbudget für Singles, Paare und Familien
Für Paare und Familien gilt dieselbe Logik: Maßgeblich ist das gemeinsame Haushaltsnettoeinkommen aller Personen, die die Miete tragen. Trägst du beide Einkommen ein, berechnet der Rechner die Quote für den Gesamthaushalt. Zusätzlich zeigt er die Wohnkosten und das verbleibende Budget je Person.
Unsichere Einkünfte – Provisionen, Bonuszahlungen, Werkstudentenjobs – solltest du konservativ einrechnen oder ganz weglassen, um keinen finanziellen Engpass zu riskieren.
Welche Wohnkosten häufig vergessen werden
- ·Haushaltsstrom: 40–80 € pro Monat je nach Haushaltsgröße und Tarifen
- ·Internetanschluss und Telefon: 20–50 € pro Monat
- ·Stellplatz oder Tiefgaragenstellplatz: 30–100 € je nach Stadt
- ·Rundfunkbeitrag: 18,36 € pro Monat pro Wohnung
- ·Hausratversicherung: 5–20 € pro Monat je nach Wohnfläche
- ·Rücklage für Renovierungen beim Auszug: 20–50 € pro Monat
Was tun bei hoher Mietbelastung?
Wenn die Mietbelastung die eigenen Möglichkeiten übersteigt, gibt es mehrere Ansätze:
- ·Wohngeld: Mieter mit geringem Einkommen können einen Wohngeldanspruch haben. Den konkreten Anspruch berechnet das zuständige Wohngeldbüro (keine Online-Schätzung ersetzen).
- ·Kleinere Wohnung oder Mitbewohner: Die Kaltmiete direkt senken ist die wirksamste Maßnahme.
- ·Nebenkosten prüfen: Überhöhte Vorauszahlungen und ineffiziente Heizung können die realen Wohnkosten senken.
- ·Einnahmen erhöhen: Teilzeitarbeit, Nebenjob oder Gehaltsverhandlung können die Quote verbessern.
Empfehlungen für die Wohnungssuche
- 1.Nebenkosten realistisch schätzen, bevor du eine Wohnung zusagst – frage den Vermieter nach den Vorauszahlungen der letzten Jahre.
- 2.Strom und Internet immer in deine Rechnung einbeziehen – sie erhöhen die realen Wohnkosten um 80–150 € pro Monat.
- 3.Simuliere eine Nebenkostensteigerung von 10–20 %: Wie verändert das dein Budget?
- 4.Plane eine Rücklage für Umzug, Kaution und erste Einrichtung ein – mindestens 3 Monatsmieten.
- 5.Bei deutlicher Überbelastung: Wohngeldanspruch über das zuständige Wohngeldbüro prüfen. Der Rechner gibt keine individuelle Wohngeldhöhe aus.
- 6.Kein Vermieter ist verpflichtet, dich zu akzeptieren – dieser Rechner gibt keine Aussage über deine Kreditwürdigkeit aus Sicht des Vermieters.
* Affiliate-Hinweis: Verlinkte Produkte können Partnerlinks enthalten. Das ändert nichts am Preis für dich.
Methodik
So rechnet RechnerPilot: Wir unterscheiden zwischen der statistischen Mietbelastungsquote und der praktischen Wohnkostenquote. Die statistische Quote setzt die Bruttokaltmiete ins Verhältnis zum Haushaltsnettoeinkommen (Definition Destatis). Für die Budgetplanung berücksichtigen wir zusätzlich Heizung, Strom, Internet und weitere Wohnkosten. Der Mietrahmen wird sowohl anhand einer frei wählbaren Zielquote als auch anhand des verbleibenden Haushaltsbudgets berechnet – maßgeblich ist der niedrigere Wert. Negative Mietobergrenzen werden auf 0 € begrenzt.
Vollständige Methodik lesen →Quellen
Rechtlicher Hinweis: Die Ergebnisse sind unverbindliche Orientierungswerte für die private Haushaltsplanung. Sie ersetzen keine individuelle Finanz-, Sozial- oder Rechtsberatung und stellen keine Zusage eines Vermieters oder einer Behörde dar. Wohngeldansprüche können nur vom zuständigen Wohngeldbüro verbindlich geprüft und festgestellt werden.
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Häufige Fragen
Als Faustregel gilt: nicht mehr als 30 % des Haushaltsnettoeinkommens für die Warmmiete. Wichtiger ist aber das absolute Restbudget nach Miete, sonstigen Ausgaben und Sparrate. Ein Haushalt mit 2.000 € Netto sollte nicht mehr als 600–700 € Warmmiete zahlen – ein Haushalt mit 5.000 € kann unter Umständen auch 40 % verkraften, wenn genug Geld zum Leben bleibt.
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