Balkonkraftwerk Ertragsrechner: Jahresertrag & Ersparnis berechnen

Wie viel Strom erzeugt dein Balkonkraftwerk wirklich? Berechne den geschätzten Jahresertrag anhand von Modulleistung, Standort, Ausrichtung, Neigung und Verschattung. Zusätzlich siehst du, wie viel davon du selbst nutzen kannst und wie hoch deine jährliche Ersparnis ausfallen kann.

Anlage konfigurieren

Modulleistung

Summe aller Module – kann höher sein als Wechselrichterleistung

Wp

Wechselrichterleistung

Begrenzt die maximale Einspeisung ins Hausnetz

W / VA

Standortregion

Nord-DE: ~850 kWh/kWp · Mitte: ~950 · Süd: ~1.050

Ausrichtung

Ost/West verteilt Strom gleichmäßiger über den Tag

Neigung der Module

25–40° ist meist optimal · 90° = senkrecht (Balkonmontage)

Grad

Verschattung

Mittagsverschattung wirkt besonders stark auf den Ertrag

Tagsüber zuhause: 70–90 % · Abwesend tagsüber: 20–50 %

%
€/kWh

Bei den meisten Balkonkraftwerken: 0 €/kWh

€/kWh

Balkonkraftwerk Jahresertrag

Geschätzter Jahresertrag950 kWh
Spezifischer Ertrag950 kWh/kWp
Selbst genutzter Strom (70 %)665 kWh
Überschüssiger Strom285 kWh
Jährlicher Vorteil246,05 €
DC/AC-Verhältnis1,25
Vorteil über 10 Jahre2.460,50 €

Die eingegebenen Bedingungen sind sehr gut. Standort, Ausrichtung und Verschattung sprechen für einen hohen Jahresertrag.

Deine Konfiguration entspricht bereits der optimalen Ausrichtung. Sehr gut!

Empfehlung

Der Jahresertrag hängt stark von Ausrichtung und Verschattung ab – nicht nur von der Wattzahl. Ein gut positioniertes 600-Wp-Modul kann mehr liefern als ein verschattetes 1.000-Wp-Modul. Eigenverbrauch ist der entscheidende Faktor für die Ersparnis: Wer tagsüber zu Hause ist oder Verbraucher (Spülmaschine, Waschmaschine) auf die Mittagszeit verlegt, spart spürbar mehr.

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Monatsverteilung des Ertrags

Grobe Verteilung – Wetter, Standort und Ausrichtung können einzelne Monate deutlich verändern.

Jan
28,5 kWh
Feb
47,5 kWh
Mär
76,0 kWh
Apr
104,5 kWh
Mai
123,5 kWh
Jun
133,0 kWh
Jul
133,0 kWh
Aug
114,0 kWh
Sep
95,0 kWh
Okt
57,0 kWh
Nov
28,5 kWh
Dez
9,5 kWh

Typische Ertragswerte

AnlageGute BedingungenDurchschnittlichUngünstig
400 Wp320–420 kWh/Jahr250–320 kWh/Jahr150–250 kWh/Jahr
600 Wp480–630 kWh/Jahr375–480 kWh/Jahr225–375 kWh/Jahr
800 Wp640–840 kWh/Jahr500–640 kWh/Jahr300–500 kWh/Jahr
1000 Wp800–1.050 kWh/Jahr625–800 kWh/Jahr375–625 kWh/Jahr
1200 Wp960–1.260 kWh/Jahr750–960 kWh/Jahr450–750 kWh/Jahr

Grobe Orientierungswerte. Entscheidend sind Standort, Ausrichtung, Verschattung und reale Montagebedingungen.

Was beeinflusst den Balkonkraftwerk-Ertrag?

Der Jahresertrag hängt nicht nur von der Wattzahl auf dem Modul ab. Ein gut ausgerichtetes, unverschattetes Balkonkraftwerk kann deutlich mehr bringen als eine größere Anlage an einem schlechten Standort.

Modulleistung (Wp)

Gibt die Nennleistung unter Standardbedingungen an. Im Alltag wird sie selten erreicht – Wolken, Temperatur und Ausrichtung reduzieren die tatsächliche Leistung.

Standort

Süddeutschland erhält rund 20–25 % mehr Sonneneinstrahlung als Norddeutschland. Für denselben Ertrag reicht im Norden eine etwas größere Anlage.

Ausrichtung

Süd liefert das Maximum. Ost oder West kommen auf 85 % davon – verteilen den Strom aber besser über Morgen und Abend. Nord ist deutlich schlechter (55 % des Süd-Ertrags).

Neigung

25–40° ist meist optimal für Jahresertrag. Senkrechte Montage (90°, Balkongeländer) liefert ca. 78 % – im Winter aber relativ besser, weil die Sonne tiefer steht.

Verschattung

Schon leichte Teilabschattung einzelner Zellen kann den Ertrag eines ganzen Strangs stark senken. Optimierer oder Mikrowechselrichter helfen bei unvermeidbarer Verschattung.

Wechselrichterbegrenzung

Der Wechselrichter schneidet die Leistungsspitzen ab (Clipping). Bei 1.000 Wp Modulen und 800-W-Wechselrichter kostet das jährlich ca. 0–3 % Ertrag – ein üblicher Kompromiss.

Eigenverbrauch

Entscheidend für die Ersparnis ist nicht der Ertrag, sondern wie viel du selbst nutzt. Wer tagsüber zu Hause ist oder Verbraucher auf die Mittagszeit verlegt, spart spürbar mehr.

Warum 800 W nicht 800 kWh bedeuten

800 Wp ist die Spitzenleistung – nur bei idealem Licht und Temperatur. Übers Jahr gemittelt liegt die erzeugte Energie bei ca. 500–700 kWh, je nach Standort und Bedingungen.

Häufige Fehler

Modulleistung mit Jahresertrag verwechseln

800 Wp ist die Spitzenleistung, kein Jahresertrag. Tatsächlich entstehen je nach Bedingungen 500–840 kWh pro Jahr.

Verschattung unterschätzen

Selbst ein kleiner Schatten durch Geländer, Nachbarsbalkon oder Baum zur Mittagszeit kann 20–50 % des Ertrags kosten.

Nordausrichtung schönrechnen

Nordseitige Module liefern nur ca. 55 % des Ertrags einer Südanlage. Das ist für viele Standorte wirtschaftlich kaum sinnvoll.

Eigenverbrauch zu hoch ansetzen

70–90 % Eigenverbrauch klingt gut, ist aber nur realistisch, wenn tagsüber regelmäßig Strom verbraucht wird.

Winterertrag überschätzen

Im Dezember und Januar entstehen nur ca. 1–3 % des Jahreertrags. Über die wirtschaftliche Wirkung entscheiden die Sommermonate.

Wechselrichterbegrenzung falsch interpretieren

Mehr Wp als die Wechselrichterleistung ist kein Fehler. Clipping betrifft nur die Spitzenleistung bei idealem Licht – der Jahresverlust ist gering.

Ertrag mit Ersparnis verwechseln

950 kWh Jahresertrag bedeutet nicht 950 kWh Ersparnis. Nur der tatsächlich selbst verbrauchte Strom spart Netzstromkosten.

So rechnet RechnerPilot

Wir schätzen den Jahresertrag aus Modulleistung, regionalem Ertragsfaktor, Ausrichtung, Neigung, Verschattung und einem einfachen Clipping-Faktor für das Verhältnis von Modulleistung zu Wechselrichterleistung. Anschließend berechnen wir selbst genutzten Strom, überschüssigen Strom und den finanziellen Vorteil anhand von Eigenverbrauchsquote und Strompreis. Die Ergebnisse sind Näherungswerte und ersetzen keine detaillierte PV-Simulation.

Zur vollständigen Methodik →

Was bedeutet das Ergebnis?

Der Jahresertrag ergibt sich aus Modulleistung, regionalem Ertragsfaktor und Korrekturfaktoren für Ausrichtung, Neigung, Verschattung und Wechselrichterbegrenzung. Die Ersparnis entsteht nur durch tatsächlich selbst genutzten Solarstrom – nicht durch den Ertrag allein. Überschüssiger Strom wird bei Balkonkraftwerken meist nicht oder kaum vergütet.

Formel

Jahresertrag = Modulleistung (kWp) × regionaler Ertragsfaktor × Ausrichtungsfaktor × Neigungsfaktor × Verschattungsfaktor × Clipping-Faktor | Ersparnis = selbst genutzter Strom × Strompreis

Annahmen & Standardwerte

  • Regionale Ertragsfaktoren: Nord 850, Mitte 950, Süd 1.050 kWh/kWp/Jahr
  • Ausrichtungsfaktoren: Süd 100 %, Ost/West 85–90 %, Nord 55 %
  • Optimale Neigung: 25–40° (Faktor 1,0)
  • Clipping: bei DC/AC-Verhältnis bis 1,3 kein Abschlag
  • Eigenverbrauchsquote: Annahme gleichmäßige Nutzung über den Tag
  • Keine Berücksichtigung von Degradation (ca. 0,4–0,5 % pro Jahr)
  • Quellen: Fraunhofer ISE Photovoltaik-Report 2024, HTW Berlin Eigenverbrauchsstudie

Passe den Strompreis an deinen tatsächlichen Tarif an, um präzisere Ergebnisse zu erhalten.

Beispielrechnungen

1.000 Wp, Süd, 30°, kein Schatten, Mitteldeutschland

kWp: 1,0 · Basis: 950 kWh · Faktoren alle 1,0 · DC/AC 1,25 → Jahresertrag: 950 kWh · 70 % EV: 665 kWh selbst genutzt · Ersparnis: 665 × 0,37 € = 246 €/Jahr.

800 Wp, Ost/West, 90°, leichte Verschattung, Süd

kWp: 0,8 · Basis: 1.050 kWh × 0,8 = 840 kWh · Ost/West 0,90 · 90° 0,78 · Verschattung 0,90 → ca. 531 kWh · 70 % EV: 372 kWh · Ersparnis: ca. 138 €/Jahr.

Häufige Fragen

Das hängt von Modulleistung, Standort, Ausrichtung, Neigung und Verschattung ab. Ein 800-Wp-BKW mit Südausrichtung, 30° Neigung und ohne Verschattung in Mitteldeutschland erzeugt ca. 640–760 kWh pro Jahr. Bei Nordausrichtung oder starker Verschattung kann es deutlich weniger sein.

Zuletzt geprüft: 28. Juni 2026
Ergebnisse dienen als Orientierung, keine Fachberatung